Peter Klippel

Hier wird, in loser Reihenfolge, immer eine Persönlickeit der Abteilung Handball vorgestellt.

Peter Klippel, Trainer unserer Männerteams

Es ist Dienstag, 18 Uhr, ich stehe vor unserer „Erwin-Benke-Sporthalle“. Unruhig und aufgewühlt, bin ich doch mit dem neuen Trainer unserer 1. Männermannschaft, Peter Klippel, verabredet. 18:10 Uhr, ich werde ungeduldig: Wo ist der Mann? Hat er meine Mail nicht erhalten? Hat er abgesagt und ich es überlesen? Es wäre alles halb so schlimm, wenn, ja wenn nicht um 19:30 Uhr der nächste, familienpolitisch, wichtige Termin anstehen würde: Tanzschule!!! Und da geht Mann auch nicht allein hin und in diesem Freizeitlook von jetzt geht Mann auch nicht!!!
Ein Anruf. „Ich steh´ an der Schranke und komme gleich.“ Der Tag stimmte schon mal- schuld war wieder einmal die Schranke. Der VW kam mit einem freudig lächelnden Fahrer, bei bestem Cabrioletwetter den Berg zur Benkehalle hinauf und parkte neben mir ein.  „Thomas Petersdorf“, „Peter Klippel, Entschuldigung, die Schranke war zu. Ist die so oft geschlossen?“ „Ja“, sagte ich, „die ist mehr unten als oben!“
Schnell ein Foto gemacht. Was soll es dem geneigten Betrachter suggerieren? Peter Klippel vor seiner neuer Wirkungsstätte; seine Körpersprache: bodenständig, offen und ehrlich; die Tür ist offen, ein jeder ist willkommen; alle und alles was raus wollte ist raus.
Wir sitzen im Lehrerzimmer. Für ihn, als Lehrer für Sport und Mathematik, nichts Besonderes.
Peter Klippels erste Worte zum Verein und wie es zum Kontakt kam. „Lok Rangsdorf ist ein Verein mit vielen Jugendmannschaften. Die männliche A- Jugend ist Erster geworden, leider löst sie sich auf. Aber es bleiben Spieler in Rangsdorf, die sich hier durchsetzen und beweisen wollen. Von der Qualität der Jugendarbeit konnte ich mich schon öfter überzeugen, da ich mit meiner Mannschaft (Regionalligist) zur Handballwoche und zu Freundschaftsspielen hier war. Ich kenne dadurch Udo Bernhardt und Heike Klein.  Sie und die Infos aus dem Internet waren es auch die dazu geführt haben, dass ich heute hier sitze.“ Auch die Abgänge aus der Ersten und die fahrenden Studenten waren ihm schon bekannt. Aber wie weiter mit erster und zweiter, welche Rolle wird „Ralle“ spielen? Auch dazu konkrete Aussagen. Ralf Gröpler als Co. ist die Bezugsperson, das Verbindungsglied. Er soll ihm helfen, schnell mit der Mannschaft und den Persönlichkeiten vertraut zu werden.
Die ersten Gespräche mit allen Männern fand er sehr positiv und aufgeschlossen. Für die neue Saison soll auch grundsätzlich gemeinsam trainiert werden. So ist sein vorrangiges Ziel auch das Team (beide Mannschaften) zu stabilisieren und weitere Kontinuität zu erlangen. Mit einem attraktivem Spiel, Spaß und Freude am Spiel will Mann so auch auf sich aufmerksam machen und so den einen oder anderen Spieler für sich gewinnen.
„Ich habe das letzte Punktspiel gesehen. Und egal, was dazu geschrieben wurde, ich habe ein engagiert spielendes Team gesehen. In einem Spiel, in dem es um „Nichts“ ging, auch das zeichnet eine Mannschaft aus. Ich sah auch einen guten Torwart, der uns verlässt, wie ich gelesen habe. Schade.“ Peter Klippel wäre nicht Peter Klippel und in vielen Handballwassern erfahren und vertraut, schon haut er einen Nachsatz heraus, bevor ich zum Fragen komme. „Ich war aktiv und bin es immer noch auf dem Spielermarkt. Die Absagen zweier Keeper hauen mich da nicht aus der Bahn. Eigentlich bestärken sie mich in meinem weiteren Engagement für Loks Männermannschaft (en).“
In meinem Kalender habe ich mir den 05. Juli markiert. Da wird Trainingsauftakt sein. Der 60-jährige Klippel wird dann zum Lauf- und Konditionstraining bitten. Auch sind jetzt schon Übungseinheiten (ehemals Trainingsspiele) mit anderen Teams geplant. Qi Gong ist ihm auch bekannt. Er wird sich aber auf handballspezifischere Einheiten konzentrieren.
Stationen seiner Trainerlaufbahn waren der TSV Rudow (Jugend), BFC Preussen (Jugend und 1. Männer- Regionalliga), Tasmania Berlin (Frauen- 2. Bundesliga). Also einer der weiß, dass überall nur mit Wasser gekocht wird. Nur, dass es eben darauf ankommt, wie man es zum Kochen bringt und wie lange es kochen wird!
„Ich hatte hier zu Beginn offene und ehrliche Gespräche. Es ist ein sehr angenehmes Umfeld. Meine Herausforderung sehe ich darin, aus dem kleinen Kader das Optimum und Effektivste heraus zu holen.“
Ich war mit meinen Fragen am Ende und die Zeiger der Uhr drückten bedrohlich gen 19 Uhr!!! „Herr Petersdorf wollen wir uns nicht auch duzen?“ Ich war leicht verdutzt. Und ehe mich meine Gedanken sortieren konnte, kam seine Hand und ein „Peter“- „Thomas“.

Gedanken, die mir heute noch so einfielen.
Ich bin gestern mit einem guten Gefühl nach Hause gefahren. Ein Gefühl, dass mir sagte: „Mach weiter“. Ich habe mich schon öfter gefragt: „Warum tust du dir das an? Wo ist die Professionalität, das Vereinsleben und Wirgefühl?“
Warum ich das Gespräch als Roman verfasst habe, ist auch schnell erklärt.
Ich möchte nicht, dass das Interview nur den gestellten Fragen nach gelesen wird. Ich wollte euch zwingen, alles zu lesen. Nur so ist es möglich, den Trainer und den Menschen Peter Klippel kennen zu lernen.

P.S.: Der Tanzkurs lief flott von der Sohle, Langsamer Walzer- den Temperaturen entsprechend.